Halli hallo,
ich stelle gerade fest, dass ich mich ja schon ewig nicht mehr im Blog hab blicken lassen. Also werde ich euch mal kurz wieder auf den Stand der Dinge bringen.
Fangen wir mal mit dem Positiven an. Von Brisbane aus gings die Ostkueste hoch bis zum Daintree Nationalpark der kurz ueber Cairns liegt. Bis dahin haben wir verschiedenen Abstecher und Touren gemacht. Natuerlich durften die Whitsundays und Fraser Island nicht fehlen. Beide Trips waren echt cool und es war auch mal ganz nett wieder unter Leute zu kommen. Also nicht dass jetzt jemand denkt mit Nancy wuerde es langweilig werden, ganz im Gegenteil, wir haben jede Menge Spass, aber so ein paar Reisegeschichten von anderen fetzen ja auch ab und zu mal.
Unterwegs hatten wir uns dann in Townsville entschlossen noch zwei neue Reifen ans Auto zu schrauben, weil wir uns mit den alten Vorderreifen nicht ins Outback getraut haben. Ein bisschen enttaeuschend wars dann in der Region um Mission Beach und Innisfail. Die Straende dort sind durch den Zyklon ziemlich beschaedigt worden und von vielen Palmen ist nichts mehr uebrig. Auch die Zufahrtswege zu den Wallaman Falls (die hoechsten in Australien) waren gesperrt, weil die Aufraeumarbeiten noch Monate dauern. Die Waelder rechts und links der Strasse sehen teilweise gespenstisch aus. Meine alte Ananasfarm steht aber noch und da sieht alles aus wie immer. Besonders stark hat es die Bananenfelder mitgenommen, was auch der Grund fuer die extremen Preise (12 Dollar pro Kilo) ist.
Etwas hoeher wurde es dann aber wieder schoen und so haben wir ein paar Tage in den Tablelands und dem Daintree Nationalpark verbracht. Danach gings ins Landesinnere und diesmal, ihr werdet es nicht glauben, haben wir den Uluru (Ayers Rock) usw nicht ausgelassen. Sind also die 1600 km zusaetzlich bis Alice Springs gefahren und haben uns ausserdem die Olgas, den Kings Canyon und ne Menge Schluchten in den West Mc Donnell Ranges angeguckt…. sehr beeindruckend.
Unterwegs hatten wir hier und da ein paar Probleme mit dem Auto… die sich aber alle loesen liessen und zum Abenteuer beigetragen haben. Kurz nachdem wir die Ostkueste verlassen hatten ist uns aus heiterem Himmel einer der neuen Vorderreifen bei voller Fahrt um die Ohren geflogen, Nancy hat das Auto aber erfolgreich zum stehen gebracht und wir konnten dann erfahren wie es ist im Outback bei bruetender Hitze ein Rad zu wechseln. Vom Reifen hatte sich die aussere Schicht geloest, er ist also nicht geplatzt, was bei den Vorderraedern schlimm haette enden koennen.
In der naechsten Stadt (Normanton) haben wir dann einen weiteren neuen Reifen gekauft, weil man ja nicht ohne Ersatzrad in Australien rumfahren kann. Je mehr wir uns dem Inland naeherten, desto kaelter wurden ausserdem die Naechte und unser Auto hatte Probleme am Morgen zu starten. Rund um Alice Springs hatten wir morgens teilweise Temperaturen um die 3 Grad. Wir schliefen also mit Pullovern und zusaetzlich in unseren Schlafsaecken. Tagsueber wurden es dann wieder um die 25 bis 30 Grad. Das Auto konnten wir dann aber dank eines Tricks trotzdem immer starten. Wir schoben es einfach in die richtige Position, so dass die Sonne den geoeffneten Motor schoen aufwaermen konnte. So konnten wir dann meistens so gegen 10 Uhr und zwei Kaffee spaeter starten. Richtung Norden war das dann aber kein Problem mehr, denn die Naechte wurden wieder ertraeglich warm.
Den Uluru soll man eigentlich nicht besteigen aber wir habens trotzdem getan und uns nicht besonders schlecht dabei gefuehlt, im Gegenteil, der Gedanke mitten in Australien auf nem riesengrossen roten Felsen zu stehen und rundherum den Horizont zu sehen hat uns den muehsamen Aufstieg schnell vergessen lassen. Man klettert wirklich fast senkrecht an einer Kette entlang diesen Felsen hinauf. Die Olgos die ich vorhin schon erwaehnt habe, waren aber nicht weniger spektakulaer und garnicht weit vom Uluru weg, also nur so 50 km… uebrigens es wird immer gesagt, dass der Uluru bei Alice Springs liegt… in Wirklichkeit sind es aber 450 km… also gleich um die Ecke.
Auf dem Weg Richtung Norden gab es bis auf die Devil’s Marbles nicht viel mehr zu sehen. In Katherine haben wir die Waesche mal wieder gewaschen und eingekauft und dann wollten wir im Nitmiluk Nationalpark in der Katherine Gorge Kanu fahren. Leider ist das momentan nicht gestattet da noch nicht alle Salzwasserkrokodile entfernt wurden und die von der Parkverwaltung da kein Risiko eingehen. Aber wir haben durch ein paar Walks trotzdem so einiges von der Schlucht sehen koennen. In Katherine haben wir dann auf dem Campingplatz sogar ein Hauskrokodil gehabt… weniger Meter vom Auto entfernt hat es auf Toastbrot gewartet und sich sonst den ganzen Tag nicht bewegt. Elvis, so sein Name, ist allerdings ein Freshy, also ein Suesswasserkrokodil was Menschen hoechstens beisst aber eben nicht verspeist.
Von Katherine aus ging es dann einen Tag lang zu den Edith Falls. Dort haben wir nen echt schoenen Tag verbracht und uns von den Wassermassen durch den natuerlichen Pool tragen lassen.
Nun kommen wir zum nicht ganz so positiven Schluss. Auf dem Rueckweg von den Edith Falls ist das Auto zu heiss geworden und wir haben Kuehlwasser verloren. Wir entschieden also am Strassenrand zu halten und dort zu schlafen um am naechsten Tag nach Katherine zurueck fahren zu koennen. 30 km hatten wir am naechsten Tag noch vor uns und eigenartiger Weise wurde der Motor nicht so heiss wie am Vortag. Leider habe ich erst zu spaet darueber nachgedacht, dass die Anzeige wahrscheinlich einfach die Kuehlmitteltemperatur anzeigt und nicht die tatsaechliche Motortemperatur. Ich bin mir dessen immer noch nicht sicher, aber das werden wir morgen sehen. Jedenfalls haben wir es nur bis 10 km vor Katherine geschafft bis das Auto am Strassenrand ausrollte. Nach einer halben Stunde hielt ein Jeep an, der uns dann bis zur Stadt geschleppt hat.
Dann mussten wir erstmal ueberlegen wie es jetzt weiter geht, denn in Katherine auf der Strasse im Auto zu schlafen ist weder erlaubt noch sicher. Wir entschieden uns also das noetigste aus dem Auto zum Campingplatz zu tragen. Ein Zelt und Schlafsaecke hatten wir ja noch aus der Neuseelandzeit. Auf dem Weg zum Campingplatz hielt auf einmal ein anderer Jeep auf der gegenueberliegenden Strassenseite an und fragte uns, wo wir hinwollen und was unsere Plaene sind.
Lange Rede kurzer Sinn, ich sitze gerade an Charlies Computer in seinem Arbeitszimmer. Das Paerchen hat uns ohne jeden Hintergedanken aufgenommen und wir schlafen im Gaestezimmer, werden bekocht und rumgefahren, wenn wir was aus dem Auto brauchen. Klingt irgendwie komisch, ist aber so. Morgen faehrt er uns dann nochmal in die Stadt zum Car-Wrecker, wo unser Auto gerade steht um herauszubekommen, ob man da noch was machen kann oder es sich um einen klassischen Kolbenfresser handelt. Ehrlich gesagt stehen die Chancen ziemlich schlecht, aber Nancy und ich sind trotzdem ziemlich gut gelaunt, weil wir glaube ich innerlich schon mit dem guten alten Zebra (so der Name unseres Autos) abgeschlossen haben… aber wer weiss, vielleicht erleben wir morgen ja auch ein Wunder.
Uns bleiben noch 14 Tage und wenn alles schief geht, dann nehmen wir morgen den Bus Richtung Darwin und mieten uns dann nochmal ein Auto um den Kakadu und den Litchfield Nationalpark noch besuchen zu koennen… also wie immer alles easy
Nancy und Carsten
