Haben ist besser als brauchen

Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder zu Wort. Heute ist es mir gelungen endlich die Domain meines Nachnamens also cyliax.de käuflich zu erwerben. Noch habe ich keinen konkreten Verwendungszweck dafür (außer email-technisch) aber vielleicht ergibt sich ja in der Zukunft mal was, wo ich mich ärgern würde, wenn ich sie nicht hätte. Wie immer gilt also: Haben ist besser als brauchen.

Ich kann mich übrigens noch genau daran erinnern, dass ich vor vielen vielen Jahren schonmal die Verfügbarkeit der Domain überprüft hatte (vielleicht so 1999) und sie noch frei war. Damals dachte ich mir, wer braucht sowas schon und vorallem habe ich die Kosten gescheut. Dann einige Jahre später war sie immer vergeben, leider nur mit einem Baustellenschild und ich habe mich so darüber geärgert, dass hinter diesem schönen Nachnamen noch nichtmal Inhalte zu finden sind. Was die Inhalte betrifft, dafür kann ich auch noch nicht garantieren, aber wenigstens wirds ne Weiterleitung zu diesem Blog geben… solange der noch nicht auf cyliax.de umgezogen ist.

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Von den Golan Hoehen nach Haifa

Da ich nur noch sechs Minuten hab wirds diesmal nicht so lang. Also, als ich am Morgen in Tiberias aufgestanden bin war ich fest entschlossen ne Wanderung in den Golan Hoehen zu machen. Unterwegs habe ich wieder mal zwei Anhalter mitgenommen, die nach kurzer Ueberlegung bereit waren mit mir mitzukommen, da sie eh nichts weiter zu tun hatten. Wir sind durch ein Tal voller Blumen und Kakteen gewandert and ganz am Ende der Strecke gabs einen natuerlichen Pool in dem man sich abkuehlen konnte. Zurueck sind wir dann alle drei per Anhalter gefahren, da mein Auto ja weit weg auf nem anderen Parkplatz stan. Apropos Anhalter, man darf das in Israel nur an Bushaltestellen machen, ansonsten ist es verboten. Dafuer klappt es supergut, ich glaube wir standen gerade mal eine Minute. In Israel nimmt jeder jeden mit.

Danach habe ich in einem Hostel irgendwo im Norden eingescheckt was ziemlich schwierig zu finden war. Am nachsten Morgen bin ich dann nochmal alleine in die Natur und habe den Banjas Falls einen Besuch abgestattet. Sehr beeindruckend, all das Wasser und gruen hier oben im Norden.

So ich muss Schluss machen… der Timer tickt. Gruesse aus Haifa und bis morgen!

Carsten

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Von Eilat nach Tiberias

Gestern abend habe ich leider wieder nichts zum weggehen gefunden, da alle anderen auf einmal zu muede waren und ich alleine keine Lust hatte. Aber umso leichter war es heute morgen aus dem Bett zu kommen.

Was den Raketenbeschuss von Eilat betrifft, da hab ich noch ein paar Sachen rausbekommen (weiss ja nicht, ob das bis in die deutsche Presse gelangt ist). Eilat wurde von Sinai aus mit zwei Raketen beschossen, eine ging ins rote Meer, die andere ist in Jordanien in der Wueste gelandet, das Ziel wurde also weit verfehlt. Diesmal spricht man aber nicht von der Hamas, da das einfach zu stuemperhaft war und die besser zielen koennen. Waren also irgendwelche Hobbyraketenbauer aus Aegypten, soweit ich das richtig mitbekommen habe. Apropos, auf dem Weg nach Tiberias war ich heute in nem Mc Donalds mitten im Nichts in der Wueste aber in der Naehe von israelischen Einheiten. Hab ein super Foto, wie sie schoen in Reih und Glied mit ihren Gewehren auf dem Ruecken auf den Burger und die Cola warten ;-)

Ich war heute nochmal im toten Meer baden und habe die Schwerelosigkeit genossen. Baden im toten Meer ist wie 3D Kino. Beim ersten Mal ist es einfach nur wow, beim zweiten Mal fragt man sich warum nicht alle Meere so sind und beim dritten Mal hat man sich daran gewoehnt sich einfach so reinzulegen und nichts zu tun… Ich muss dann also am Mittelmeer aufpassen, das ich nicht vergesse zu schwimmen.

Der Weg nach Tiberias war bis auf zwei Situationen nicht weiter spannend. Die erste war, dass ich mich dafuer entschieden habe auf der Strasse 90 bis in den Norden zu bleiben auch wenn diese sehr nah an arabischem Gebiet (bei Jericho) vorbei geht und mir alle juedischen Israelis gesagt haben, sie wuerden lieber den Highway ab Jerusalem nehmen. Das waere aber ein grosser Umweg gewesen und so habe ich alle Autos vor und hinter mir genau beobachtet und wenn ich gruene statt gelbe Nummernschilder gesehen habe, war ich immer ganz aufgeregt. Eigentlich bescheuert, denn alles sah aus wie immer. Ich glaube in dem Punkt sind die Israelis wirklich ein bisschen veraengstig. Nach diesem Streckenabschnitt bei der Einfahrt in israelisch kontrolliertes Gebiet gab es wieder so eine Art Grenzuebergang und da kommen wir auch schon zur zweiten Story… Diesmal hat ein “Hello, I’m from Germany” nicht ausgereicht und ich wurde zur Seite gewunken in eine der drei ueberdachten Parkluecken. Ich musste mein komplettes Gepaeck selbststaendig rausnehmen, die Motorhaube und alle Tueren oeffnen, dann wurde das Auto noch mit einem Spiegel von unten untersucht. Meine Sachen wurden durchleuchtet wie auf einem Flughafen. Das ganze wurde durch ein paar Soldaten schwer bewacht, die dafuer umso lockerer drauf waren. Die Soldatinnen vom Checkpoint haben gefragt wo ich herkomme, wo ich schon so war, aber es war mehr plaudern als alles andere. Es wurde viel gelacht, sie haben mir noch ne tolle Zeit in Israel gewuenscht und waren neidisch auf den Strand in Eilat. Alles sehr verrueckt, irgendwie.

In Tiberias angekommen wusste ich erstmal nicht wohin, also bin ich ein bisschen rumgefahren und hab ein Stop an nem Campingplatz gemacht in der Hoffnung eine der Kabinen zu bekommen. Die waren aber alle belegt, also hat die Frau am Eingang einen Kumpel angerufen, der in einem Kibuz wohnt und mir angeboten bei ihm fuer 100 Shekel zu schlafen. Also bin ich dann dahin gefahren und musste den Typen zum Eingangstor rufen lassen. Er stieg ins Auto und wir sind zu seiner Wohung in diesem abgesperrten Bereich gefahren. Also, was soll ich sagen, der Typ war total zugekifft und die Bude sah schlimmer aus als alle Hostels die ich kenne zusammen. Bei dem konnte man wirklich vom Fussboden essen und waere locker satt geworden mit Nachspeise aus der Zimmerecke. Jedenfalls hab ich dem Typen ganz ehrlich gesagt, was ich davon halte und er meinte nur. Es sei ueberhaupt kein Problem wieder zu gehen, er waere da ganz cool. Gut, also bin ich da weg, auch wenns sicherlich irgendwie ein Erlebnis gewesen waere.

In Tiberias hab ich dann an der Hauptstrasse ein Hostel eindeckt was auch mehr dem arabischen Standard entspricht, aber nur 70 Shekel kostet. Hier habe ich ein eigenes Zimmer mit Dusche und TV. Apropos arabischer Standard. Raz hat mir erklaert, dass der grosse Unterschied darin besteht, das es bei Arabern nur Sachen im Haushalt gibt, die eine Funktion erfuellen, irgendwelche Staubfaenger von Nanu-Nana/Ikea werden also nicht geduldet. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass die Maenner mehr zu melden haben und das die Frau direkt eine ins Gesicht bekommt, wenn sie Dekoration mit nach Hause bringt… soweit zu meiner Theorie.

Gut zu guterletzt, die Landschaft hier oben ist superschoen. Alles ist viel gruener, es gibt viele Palmen, viel Blumen, die Berge sind grasbedeckt und ich freue mich schon sehr, das morgen alles von einem der Berge zu sehen und die Gegend zu erkunden. Es soll sogar Tracks geben, bei denen ein Sprung von einem Wasserfall mit auf dem Weg liegt und man anders nicht weiterkommt.

So, mal gucken ob es im 24 Stunden Supermarkt nebenan (der zum Glueck nem Araber gehoert, der keinen Shabat feiert) noch was zu Essen und/oder ein Bier gibt.

Bis denn, Carsten

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Von Jerusalem nach Eilat (+Totes Meer)

Das letzte Mal hatte ich mich noch nicht entschieden, ob ich in den Norden oder in den Sueden gehe. Ich habe mich fuer den Sueden entschieden, weil ich einfach mal ein paar Taga am Strand verbringen wollte und vorallem weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, dem Toten Meer einen Besuch abzustatten.

Ok, dazu zuerst ein paar Worte. Ich hab es zwar immer wieder von verschiedenen Leuten gehoert bzw. in meinem Reisefuehrer gelesen, aber irgendwie kann man es sich nicht wirklich vorstellen einfach so im Meer zu liegen ohne auch nur einen Finger zu bewegen.

Schoen ist der Strand am Toten Meer schonmal nicht. Es gibt viele Leute, die sich in der Hoffnung auf eine bessere Haut mit dem mineralischen Schlamm einreiben und ihn dann vom salzigen Wasser abspuelen lassen. Aber mal abgesehen davon, dass es ziemlich steil und ueber einen Kieselstrand (wenn man den einen Meter so nennen kann) ins Wasser geht… das Erlebnis selbst ist einfach nur umwerfend. Es ist wirklich schwer ueberhaupt zu schwimmen, weil die Beine immer aus dem Wasser schnippen. Am besten haelt man es also in Rueckenlage aus und laesst sich einfach treiben. Wellen gibt es keine und das ist auch gut so… Ich hab einmal einen klitzekleinen Tropfen auf meine Lippen bekommen und ihn abgeleckt… Das ist nicht nur salzig, es brennt regelrecht auf der Zunge. Ich moechte mir garnicht ausmalen, was passiert wenn man das in die Augen bekommt. Ach ja und noch ein kleines intimes Geheimnis will ich euch nicht vorenthalten. Nach eine Weile faengt es ueberall da wo man Oeffnungen am Koerper hat ein bisschen an zu brennen, wenn ihr versteht was ich meine. Trotzdem, ein unvergessliches Erlebnis, was ich gleich morgen auf dem Weg in den Norden gleich nochmal auffrischen werde.

Gut soviel zum toten Meer. Vorher habe ich eine Stopp in En Gedi gemacht und bin ungefahr 4 Stunden gewandert. En Gedi ist zuallererst ein Kibuz, aber auch ein Naturreservat in dem es einiges zu entdecken gibt. Entlang eines Suesswasserbaches kann man ueber die Berge ins Land wandern und sich immer wieder in Wasserfaellen mitten in der Wueste erfrischen. Das war sehr entspannend, aber ein bisschen touristisch. ich war also nie allein.

Den ersten Tag in Elat habe ich am Strand verbracht und heute war ich mit zwei Maedels aus dem Hostel wieder in der bergigen Wueste und danach ne Runde im roten Meer schnorcheln. Dabei waren wie in Australien auch ne Menge bunter Fischen inmitten von Korallen zu beobachten. Gestern abend wollte ich noch mit nem Ami aus NY ausgehen, aber Mittwoch ist hier noch nicht so viel los, weil das Wochenende am Donnerstag abend beginnt. Vielleicht habe ich also Glueck heute irgendwas zu finden, wo man hingehen kann.

Gestern wurde ich darueber hinaus von eine paar Israelis zu nem koscheren Abendessen eingeladen. Die Kuh war also ordentlich ausgeblutet, hat aber geschmeckt wie Rind bei uns auch. Dann hab ich noch mehrere Anhalter mitgenommen, weil Raz mich ausdruecklich darauf hingewiesen hat, dass das sehr normal ist in Israel und das ich keine Angst haben brauch. Sogar zwei israelische Soldaten hatte ich an Bord und sie haben mir gleich noch ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben.

Heute nach wurde Eilat wie ich gehoert habe aus Richtung Aegypten beschossen, vielleicht war das auch der Grund fuer die Militarhubschrauber heute am Himmel als ich am Strand lag. Irgendwie ist das hier echt komisch, man merkt eigentlich nichts von irgendwelchen Konflikten, alle sind nett und hilfsbereit und die Soldaten stehen mit ihren Knarren und Badehosen in den Nationalparks und sind furchtbar gelangweilt. Wie dem auch sei, ich fuehle mich sicher und sehr wohl. Ich glaube man darf da einfach nicht zu sehr ins Detail gehen und alles hinterfragen schliesslich will ich mir ja meinen Urlaub nicht kaputt machen.

Ok, sicherlich habe ich noch ne Menge vergessen. Aber das erzaehle ich dann wenn ich wieder da bin. Bilder hochladen ist hier uebrigens nicht ganz so einfach, die Leitungen sind nicht die schnellsten und hier gibt es zum Beispiel wieder keinen SD-Card Reader.

Morgen gehts also Richtung Tiberias in den Norden und ich werde noch ein paar biblische Orte erkunden und ne Wanderung in den Gohlan Hoehen und dem See da oben… bin jetzt zu faul die richtige Schreibweise rauszusuchen… machen, dann geht es entlang der Kueste am Mittelmeer langsam zurueck Richtung Tel Aviv.

Bis denn, Carsten

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Jerusalem

Seit zwei Tagen bin ich nun schon in Jerusalem bei menm Freund Raz. Die Fahrt aus Tel Aviv hat ne Weile gedauert, denn in den engen Strassen Tel Aviv ging es einfach weder vor noch zurueck. Also hab ich kraeftig mitgehupt, hat aber nicht viel gebracht.

Bis ich bei Raz war hab ich mich so zweimal verfahren, aber in Israel sind alle Leute sehr auskunftsfreudig, so dass ich es dann doch ohne grosse Probleme gefunden hab. Am Abend meiner Ankunft war ich mit Raz in einer Schlucht mit nem kleinen Bach in der Mitte, wo man baden konnte. Alles sehr verlassen und mitten in der Wueste… eine Art Oase also. Das ganze lag in einem juedischen Viertel, wir mussten also ein paar Kontrollen durchfahren. Alllgemein laesst sich sagen, das Militaer ist hier in Jerusalem schon oft praesent aber man gewoehnt sich schnell dran. Die vielen Wechsel zwischen den Vierteln, also arabisch und juedisch erfordern es, immer mal anzuhalten um den Soldaten zu zeigen, dass man Tourist oder Jude ist und man nichts im Schilde fuehrt. Ansonsten fuehle ich mich aber total sicher und Jerusalem ist aufgeraeumter und sauberer als ich es mir vorgestellt hatte.

In Jerusalem selbst habe ich bisjetzt die Klagemauer, die Holocaust Gedenkstaette, die alte Stadt mit unterirdischen Wasserkanaelen und eine Moschee mit nem goldenen Kuppeldach besucht. Auesserdem war ich gestern abend mit Raz bei Freunden von ihm, die den Independenceday von Israel gefeiert haben.

Achja… noch ne kleine Storry zum Schluss. Irgendwelche Leute haben an meinem Auto waehrend es hier vor der Tuer stand irgendwas aus dem Motor ausgebaut, was von unten erreichbar war. Es lagen sogar noch die Muttern in der Oelpfuetze, die unter dem Auto war. Ich hab das gestern entdeckt, als ich aus der Stadt zurueck kam. Raz hat dann fuer mich bei AVIS angerufen und ne Stunde spaeter war ein Typ mit nem Einsatzwagen da und hat dann nen Truck zum Abschleppen bestellt. Jedenfalls hab ich jetzt ein neues Auto bekommen, da das andere ohne das Teil nicht mehr fahrbar war. Ich war echt froh dass das hier vor Raz seiner Tuer passiert ist. So konnte ich mich ganz entspannt zuruecklehnen und er hat alles fuer mich geregelt.

Gut, dass solls erstmal gewesen sein…. ich treffe uebrigens auf viele Leute, die hier in Israel festhaengen, weil es keine Fluege nach Europa gibt… bin ja gespannt, ob es dann naechste Woche wieder alles klappt.

Nun geht es entweder in den Norden oder in den Sueden des Landes… da hab ich mich noch nicht entschieden.

Carsten

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